Dass wir von heute auf morgen kein umfassendes Konzept, keine Blaupause zur Lösung der Probleme im Immobiliensektor finden, ist jedem bewusst. Aber warum sollten wir uns bis dahin nicht auch auf das einzelne Gebäude konzentrieren? Warum sollten wir die bisher erfolgreich erprobten Ansätze nicht weiterführen und daraus resultierende Erkenntnisse nutzen um gemeinsam bessere Lösungen zu finden? Ein elementarer Ansatz, um den Neubau-Drang zu brechen wäre es, klimarelevante Kennzahlen in die Wirtschaftlichkeitsberechnung einfließen zu lassen.

Der Wille, bezahlbare Wohnungen bereitzustellen, leidet immer noch an fehlender Bauland-Verfügbarkeit und hohen Baukosten. Daher verlagert sich die Bauaktivität weiterhin ins Umland
Andreas Schulten, Bulwiengesa

Auch ist es problematisch, dass fehlender, bezahlbarer Wohnraum mit fehlendem von Bauland erklärt wird. Man hat es mit der Novellierung des KSG auch leider erneut nicht geschafft, den massiven Flächenverbrauch für Neubauten zu unterbinden. Vom gesetzten Ziel – 30 Hektar täglich (!) bis 2030 – sind wir weiterhin noch ein gutes Stück entfernt. So hat die Hafen-City Gesellschaft erst kürzlich verkündet, dass man die letzte städtebauliche Lücke in der westlichen HafenCity schließt und es „…ein Pionier und Vorbild für CO2-neutrales Bauen..“ sei. Es muss nicht immer der Neubau sein. Es wäre ein tolles Zeichen gewesen, ein umfassendes Redevelopment durchzuführen und tatsächlich Pioniersarbeit zu leisten. Aber diese Chance hat man leider verpasst.